In der Nähe des Freundschaftstempels im Park Sanssouci habe ich eher zufällig diesen Gartenpavillon entdeckt, der sich markant vor dem Frühlingshimmel abhebt.
Was für ein Kunstwerk, denke ich und laufe um den Pavillon aus Metall. Ich bewundere die Verzierungen, die Festons, Musikinstrumente und Blüten und die über dem Eingang strahlende Sonne. Die vergoldete Sonne steht symbolisch für Friedrich den Großen als Philosophenkönig und das Zeitalter der Aufklärung.
Ich sehe Sommerabende vor fast 250 Jahren vor mir, die der Musik gewidmet sind und philosophischen Gesprächen. 1770 ließ Friedrich der Große den Gartenpavillon errichten und die umliegende Parkpartie in der damals modernen Form eines „englischen Gangs“ anlegen.
Im 2. Weltkrieg wurde das Areal umbrochen, für den Gemüseanbau genutzt und in der Folgezeit nicht wieder hergerichtet. Erst durch den Universitätsprofessor Jörg Thiede, der in den 1990-er Jahren bei einem Abendspaziergang auf den beschädigten Pavillon stieß, war die Idee der Wiederherstellung geboren. Die Festons nebst Sonne waren verloren, die Gitter beschädigt und die Farbe abgeblättert. Über seine gleichnamige Stiftung ermöglichte der Professor die aufwändige Restaurierung, die durch Experten der Domäne Dahlem in traditioneller Montage ausgeführt wurde. Die Einweihung des Sonnenpavillons fand 2004 statt.